Veröffentlicht am Samstag, 29 August, 2009 um 22:35 von Ralfeva Millionär.
Kategorien:Gedichte.
Das Lästermaul
Gebt mir ein Mittel
gegen Übermut,
ich lasse mir
spitze Zungen wachsen
und speie
dornrote Rosen,
voller Wut,
mein Leben ist
gespickt mit Spaxen.
Sie drehen sich,
voller Fleischeslust
in die Gedärme
meiner Sprache
und nehmen Sätze
sich zur Brust,
die ich mir nie
zum Leitsatz mache.
Näht mir den Mund
mit festem Zwirn,
ich wage aufzudecken
und was gespeichert ist
im Hirn,
zum Leben zu erwecken.
Und sind auch
meine Zungen spitz,
oft zynisch,
kaum verhalten,
so weiß ich doch
was schlimmer ist,
wenn Zungen sind
gespalten.
Und ist ein Wörtchen
zugeknöpft,
es wird sofort
von mir geköpft,
wird gnadenlos
seziert,
solange hin und
her gedacht,
bis es am End´
plodiert.
Ich bin ein altes
Lästermaul,
ja lästern ist
mein Laster,
kommt fangt mich,
ich bin sportlich faul
und knebelt mich
mit Pflaster.
Schlagt mir die Worte
aus dem Kopf,
die Silben
aus dem Leibe,
verbietet mir die
Sprachenlust,
mein lyrisches Geschreibe.
Nehmt mir die Prosa,
das Gedicht,
die Ode, die Balladen,
doch eines könnt ihr
sicher nicht,
meinen Gedanken
schaden.
D´rum Vorsicht
was mich tief erreicht
wird als Geschoß
sich wenden.
Es müsste schon
die Wahrheit sein,
dann könnt` es
glücklich enden.
Autorin: Ralfeva Millionär
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